Kurze Wege, alle Chancen

Schule für Sekundarstufe 1

Die Eröffnungsfeier der Gemeinschaftsschule (08.09.2011)

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Ein nicht alltägliches Ereignis:

Die neue Gemeinschaftsschule Morsbach ist gestartet

Am 8. September ist mit einer Eröffnungsfeier in der Sporthalle A des Schul- und Sportzentrums an der Hahner Straße die neue Gemeinschaftsschule Morsbach an den Start gegangen. Über die Entstehungsgeschichte der neuen Schule hat der „Flurschütz“ Morsbach seit dem 16.10.2010 in fast jeder Ausgabe ausführlich berichtet (siehe www.morsbach.de, Rubrik „Flurschütz“).

Zu der historischen Feierstunde waren die 96 Fünftklässler, deren Eltern, 11 Lehrer und zahlreiche Gäste aus Politik und Wirtschaft eingeladen und erschienen. Zunächst begrüßten der kommissarische Schulleiter Jürgen Greis und Bürgermeister Jörg Bukowski die Anwesenden. Greis stellte ebenso stolz wie erleichtert fest: „Es ist schon etwas Besonderes und nichts Alltägliches, eine ganz neue Schule mit vier Klassen zu eröffnen. Für mich gab es nur noch den 8. September, den Tag der Eröffnungsfeier.“

„Die Gemeinschaftsschule wird ihren Weg gehen.“

Nicht minder glücklich trat Bürgermeister Bukowski ans Mikrofon. Hier Auszüge aus seiner Rede.

„Heute ist ein ganz besonderer Tag, dass heißt, genau genommen war es der gestrige Tag. Denn gestern wurden die ersten Kinder in die neue Gemeinschaftsschule aufgenommen. Es geht darum, eine neue Schule mit einem neuen, eigenen Konzept aufzubauen. Dabei blicke ich voll Zuversicht auf die elf Personen, die bereits in den letzten Wochen und Monaten mit großem Engagement und auch mit großer Freude die Vorbereitungsarbeiten angegangen sind. Die Mischung der differenzierten Erfahrungen des neuen Kollegiums der Gemeinschaftsschule scheint sehr gut zu passen. Von intensiver Grundschulerfahrung, Erfahrungen an Haupt-, Real- und Gesamtschulen sowie am Gymnasium bis hin zum Berufskolleg ist alles vertreten.

Diesen Punkt halte ich deshalb für besonders erwähnenswert, weil ich in vielen Gesprächen festgestellt habe, wie wichtig die Übergänge sind angefangen vom Kindergarten in die Grundschule und dann in die weiterführende Schule bis zur Ausbildung oder dem Studium und dann letztlich in ein Arbeitsverhältnis hinein. Die enge Verbindung zur Arbeitswelt wurde in den bestehenden Schulen bereits geknüpft und wird nun in der Gemeinschaftsschule fortgeführt.

An dieser Stelle bedanke ich mich bei den Vertretern der Firmen und Banken sowie der Werbegemeinschaft `Wir für Morsbach` sehr herzlich für ihr Engagement in der Zusammenarbeit mit unseren Schulen. Ich wünsche mir sehr, dass es zu weiteren Kooperationen gerade mit ortsansässigen Firmen aus Handel, Handwerk und Gewerbe kommt.

Mit der Gründung der Gemeinschaftsschule Morsbach ist ein Name besonders verbunden, den ich einmal herausstellen möchte. Jürgen Greis ist zunächst als kommissarischer Schulleiter durch die Bezirksregierung eingesetzt worden. Herr Greis hat sein besonderes Engagement bereits als Rektor der Erich Kästner-Gemeinschaftshauptschule gezeigt. Parallel dazu hat er sich nun seit vielen Monaten mit der Gründung einer Gemeinschaftsschule in Morsbach beschäftigt und wesentlich am Konzept der neuen Schule mitgearbeitet. Ich möchte Ihnen offiziell ein großes Lob für die geleistete Arbeit aussprechen, wobei ich mit Rücksicht auf Ihre Bescheidenheit vieles Weitere, was es zu sagen gäbe, weglasse. Und liebe Frau Regierungspräsidentin Walsken, ich kann mir die dauerhafte Schulleitung durch Herrn Greis sehr gut vorstellen. Dies sage ich, da die Stelle zunächst eben nur kommissarisch besetzt wurde.

Bei allen Mitgliedern der Arbeitsgruppe zur Erstellung des Konzeptes dieser neuen Schule bedanke ich mich ebenfalls sehr herzlich. Außerdem möchte ich die Kooperation mit der Gesamtschule in Reichshof-Eckenhagen erwähnen, die bereits im Vorfeld stattgefunden hat und nun im weiteren Aufbau der Gemeinschaftsschule Morsbach intensiviert wird.

Die Gemeinschaftsschule Morsbach wird nun ihren Weg gehen und ich bin fest davon überzeugt, dass dieser Weg für alle Beteiligten, für die Schülerinnen und Schüler zuerst, aber auch für die Lehrerinnen und Lehrer, für die Kooperationspartner und letztlich für die ganze Gemeinde Morsbach erfolgreich sein wird. Durch den gemeinsam von den Fraktionen der CDU, SPD und Bündnis 90/Die Grünen im Landtag eingebrachten Gesetzentwurf zur Weiterentwicklung der Schulstruktur in NRW wird der Gemeinschaftsschule ein Bestandsschutz gegeben. Darüber hinaus ist auch die Fortführung nach den ersten sechs Jahren gesichert, da festgelegt wird, dass eine Gemeinschaftsschule ab 1.8.2017 als Sekundarschule weiter geführt wird.

Ich freue mich sehr, dass wir heute gemeinsam die Eröffnung der Gemeinschaftsschule Morsbach feiern können. Dabei möchte ich mich abschließend für die besondere Wertschätzung des Schulministeriums und der Bezirksregierung Köln bedanken, die ihre Unterstützung schon im laufenden Genehmigungsverfahren zeigten und heute durch die Teilnahme von Herrn Staatssekretär Ludwig Hecke und Frau Regierungspräsidentin Gisela Walsken zum Ausdruck bringen.“

„Hier wurde von unten gezeigt, was gebraucht wird.“

Der Staatssekretär im NRW-Schulministerium Ludwig Hecke überbrachte die Grüße von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und Schulministerin Sylvia Löhrmann und betonte: „Dieser Tag strahlt über ganz NRW hinaus.“. Morsbach sei ein Beispiel, wie Bestrebungen von der Basis die Politik beeinflusse. „Hier wurde von unten gezeigt, was gebraucht wird, sonst wäre es nicht zu dieser Entwicklung gekommen“, stellte Hecke fest und lobte die Entschlossenheit und Hartnäckigkeit der Morsbacher. Die Eltern hätten sich eine Schule, die die Bildungsgänge länger offen hält, und eine weiterführende Schule vor Ort gewünscht. Das hätten sie bekommen, so der Staatssekretär. Die Landesregierung hätte auf die Wünsche vor Ort reagiert. Eine neue Schule von oben zu verordnen, sei nicht gut. Sie müsse von unten wachsen. Insofern sei es ein besonderer Tag für Morsbach, aber auch für ganz Nordrhein-Westfalen. „Konzeptionell ändert sich nach sechs Jahren für die Gemeinschaftsschule nichts“, erklärte Hecke. „Sie ist dann nur keine Versuchsschule mehr, sondern eine Regelschule. Wir werden aber auch in Zukunft helfen, wenn es Probleme gibt.“

„Engagieren Sie sich in der Klassen- und Schulpflegschaft!“

Regierungspräsidentin Gisela Walkens war sichtlich angetan von der neuen Schule. Nachfolgend Auszüge aus ihrer Rede.

„`Was lange währt, wird endlich gut` – diese alte optimistische Volksweisheit bestätigt ihre Berechtigung, wenn wir heute in Morsbach und an weiteren 11 Schulstandorten in Nordrhein-Westfalen den Beginn einer neuen Schulform feiern, der Gemeinschaftsschule. `Was lange währt` – meint zunächst das jahrelange Ringen der politischen Kräfte um die Zukunft der verschiedenen Schulformen in NRW.

Nicht auf Landesebene, aber auf kommunaler Seite war die Gemeinde Morsbach unmittelbar betroffen, als sie sich entschied, eine Gesamtschule zu errichten. Als die neue Landesregierung die Etablierung von Gemeinschaftsschulen ermöglichte, ergriff die Gemeinde Morsbach diese Chance, ihren Wunsch nach einer schulformübergreifenden Schule zu realisieren. Ich freue mich, dass diese intensiven Bemühungen heute durch die Einweihung der Gemeinschaftsschule Morsbach gekrönt werden.

In einem `Leitbild` fasst sie die Grundlagen für die Gemeinschaftsschule zusammen in Form von sechs Säulen. Eine dieser Säulen kennzeichnet die Schule des Miteinanders. Das heißt, dass Schüler aller Begabungsrichtungen unter einem institutionellen Dach vereint sind. Ihr Schüler geht in diese Gemeinschaftsschule, um länger gemeinsam zu lernen, kurz, ihr werdet eine Schule besuchen, und zwar eine des Miteinanders.

Die weiteren fünf Säulen dieser Schule sind: Für die Gemeinschaftsschule ist Schule `Lebens- und Erfahrungsraum`, sie ist `Schule der Vielfalt`, `Schule der individuellen Förderung`, `Schule mit fachlichen Schwerpunkten und Profilen` und `Schule vor Ort`. Die letzte Säule weist darauf hin, dass diese neue Morsbacher Schule in enger Zusammenarbeit mit den anderen `Lernorten` der Gemeinde stehen wird; hier möchte ich u.a. die Kooperation mit der Musikschule Morsbach und dem Verein `Outdoor Oberberg` hervorheben.

Damit wird die Voraussetzung geschaffen, eine der wichtigen Maximen der Gemeinde Morsbach zu erfüllen: `Kinder und Jugendliche sind die Zukunft unserer Gemeinde.`“

Regierungspräsidentin Gisela Walkens gratulierte allen zur neuen Gemeinschaftsschule und wünschte dem Lehrerkollegium, „dass sie der Pioniergeist des Beginns einer neuen pädagogischen Form von Schule nicht verlässt.“ Und an die Eltern gewandt appellierte sie: „Engagieren Sie sich in der Klassen- und Schulpflegschaft!“

Politischer Konsens

Landtagsabgeordneter Bode Löttgen hielt in seiner Rede Rückschau auf die Entwicklung des Schulsystems in Nordrhein-Westfalen in einer sich rasch verändernden Gesellschaft. Er sprach die bisherigen Auseinandersetzungen über die Schulsysteme an und sogar von einer zeitweisen Eskalation des Themas, was aber der Vergangenheit angehören sollte. Er freute sich, dass alle Parteien nunmehr nachgegeben haben und es mit dem Schulrechtsänderungsgesetz zu einem politischen Konsens auf Landesebene über die künftige Gestaltung der Schullandschaft gekommen ist. Löttgen wünschte der neuen Schule viel Erfolg.

Musikalisch wurde die Eröffnungsfeier von Dirk van Betteray und Robin Klein von der Musikschule Morsbach umrahmt. „Hausmeister Bolle“ alias Jörg Burghardt führte mit Kalauern, Zaubertricks und Humor durchs Programm. Zum Schluss versammelten sich alle 96 Schüler samt Lehrerkollegium für ein Pressefoto auf der Bühne und erhielten von Schulleiter Greis je ein T-Shirt mit dem Schullogo und eine Sonnenblume, die symbolisieren sollte, dass die Kerne der Pflanze wieder neue Saat, sprich neue Schulklassen hervorbringen möge. Von Bürgermeister Bukowski bekam jeder Schüler eine Butterbrotdose mit dem Logo der Gemeinschaftsschule überreicht, ehe für alle das Fingerfood-Büffet eröffnet wurde. CB

Entstehungsgeschichte der neuen Gemeinschaftsschule Morsbach

Bürgermeister Jörg Bukowski ließ in seiner Rede die Entstehungsgeschichte der neuen Gemeinschaftsschule Morsbach noch mal Revue passieren. „Die Gründung der Gemeinschaftsschule war nicht ganz unkompliziert und zog sich letztlich über einen recht langen Zeitraum. Auf der Grundlage des Schulentwicklungsplans vom Februar 2008 wurde im Oktober 2008 mehrheitlich vom Gemeinderat der Beschluss gefasst, eine Gesamtschule zum Schuljahr 2009/2010 zu gründen. Dieser Antrag wurde von der Bezirksregierung im Dezember 2008 abgelehnt, wogegen die Gemeinde Klage einreichte. Mit Urteil des Verwaltungsgerichtes Köln im Dezember 2009 wurde entschieden, dass eine Gesamtschule im Schuljahr 2010/2011 dann gegründet werden darf, wenn dafür mindestens 112 Anmeldungen abgegeben werden. Nach Abschluss eines Anmeldeverfahrens im Februar 2010 musste festgestellt werden, dass mit 107 Anmeldungen die erforderliche Mindestzahl knapp

unterschritten wurde. Dies war Folge der großen Verunsicherung der Eltern durch das Klageverfahren und auch die politische Gegenwehr.

Im Sommer 2010 ergab sich dann im Rahmen des Regierungswechsels im Land Nordrhein-Westfalen die Möglichkeit, eine Gemeinschaftsschule im Schuljahr 2011/2012 zu gründen.

Neben der Realisierung einer Gesamtschule wurde dann in einer interkommunalen Machbarkeitsstudie auch die Gründung einer Gemeinschaftsschule geprüft und letztlich empfohlen. Eine Elternbefragung im November 2010 zeigte wieder eine sehr deutliche Mehrheit für die Errichtung einer Gemeinschaftsschule.

Der Rat der Gemeinde Morsbach beschloss dann im Dezember 2010, einen entsprechenden Antrag beim Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen zu stellen, wobei der Wunsch nach einer eigenen Oberstufe mit enthalten war. Auf Grund von vorgebrachten Bedenken der Nachbarstadt Waldbröl wurde letztlich auf die Möglichkeit einer eigenen Oberstufe verzichtet und die Genehmigung zur Errichtung einer Gemeinschaftsschule der Sekundarstufe I wurde im Februar 2011 ausgesprochen. Der Genehmigungserlass des Ministeriums wurde vom anwesenden Staatssekretär Ludwig Hecke persönlich unterschrieben. Daher freue ich mich besonders, dass Sie heute mit dabei sind, Herr Staatssekretär.

Das Anmeldeverfahren für die neue Schule wurde noch im Februar durchgeführt, wo insgesamt 95 Schülerinnen und Schüler angemeldet worden sind. Heute dürfen wir sogar 96 Kinder mit ihren Eltern hier begrüßen.“

 

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Bildunterschrift 4:

Regierungspräsidentin Gisela Walsken ging bei der Eröffnungsfeier in ihrer Rede auf das Leitbild mit den sechs Säulen der neuen Gemeinschaftsschule Morsbach ein. Foto: C. Buchen

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Bildunterschrift 5:

Alle 96 Schüler und das Lehrerkollegium der Gemeinschaftsschule Morsbach versammelten sich zum historischen Gruppenfoto auf der Bühne. Foto: C. Buchen

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Bildunterschrift 6:

Strahlende Gesichter und strahlende Sonnenblumen bei der Eröffnungsfeier der neuen Gemeinschaftsschule Morsbach. Foto: C. Buchen

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